Montag, 7. März 2016

Die Geschichte des Dorfes Altendambach (von C.A.)

Bei der Recherche zur Wüstung Dreisbach stößt man mehrmals auf Verbindungen zum Nachbardorf Altendambach. Was lag näher, sich auch mit diesem Dorf einmal etwas näher zu befassen. „Dommich“, dort oben im Wald, war früher ein geheimnisvoller Ort. Die Bewohner waren die „Dommicher Mondspotzer“, wie sie ja auch heute noch scherzhaft genannt werden. In diesem Beitrag soll versucht werden einen Blick in die Vergangenheit des Dorfes zu werfen. Eine Quelle dazu ist neben anderen Unterlagen vor allem das Henneberger Heimatblatt Nr. 6 vom Juni 1931.
Altendambach liegt 500 m über NN in einem west-östlich verlaufenden Nebental des Erletales im Gebiet des Donnerberg- Höhenzuges. Im Durchschnitt leben heute dort 500 Einwohner, also mehr als z. B. in Gethles. Der Anlage nach ist es ein Reihendorf. Im engen Talabschluss, war die Anordnung der Häuser nur entlang der beiderseitigen Hänge möglich. Über Entstehung und Entwicklung des Dorfes während der Frühzeit fehlen, wie bei den meisten Dörfern in der Region, jegliche Nachrichten. Bei diesem Dorf besonders!
Zwar wird in einer Schenkungsurkunde der Gräfin Cunhilt aus dem Jahr 874, in der sie dem Kloster Fulda ihre Besitzungen im Gau Grabfeld überlässt, unter anderen Orten auch ein „Tanba“ genannt. Lange Zeit nahm man an, dass damit Altendambach gemeint sein könnte. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass damit ein anderer Ort im Grabfeld gemeint war. Obwohl der Name Altendambach auf ein recht ehrwürdiges Alter des Dorfes hinweist, war es mit Bestimmtheit 874 noch nicht vorhanden. Allerdings ist der Name Altendambach im deutschen Sprachgebiet keine Seltenheit. Allein in Süd- und Westdeutschland liegen 10 Ortschaften mit diesem Namen. Obwohl das Nachbardorf Dreisbach schon um 800 bestanden haben soll, gehört Altendambach hinsichtlich seiner Entstehung, wie alle Dörfer in der Region, der 2. Siedlungsperiode an aus dem Fränkischen heraus an.
Ab dem 10. bis 13. Jhd. drangen die Siedler auch in höher liegenden Zonen mit schlechten Bedingungen für die Landwirtschaft vor, rodeten im bisher unerschlossenem Waldgebirge. Sie kamen meist aus Mainfranken oder aus dem Grabfeld, wo die schnell wachsende Bevölkerung damals nicht mehr ernährt werden konnte, d.h. „überzählige“ Bauernsöhne konnten von ihrem Erbe nicht leben und damit auch keine Familie gründen. Ihnen wurde meist das Siedlungsland vom Grundherren zugewiesen und so begannen junge Bauern auch im Tannenbachgrund den Wald zu roden, im Tal ihre Hütten zu bauen, talauf- und talabwärts Wiesen, Weiden und an den Berghängen Äcker anzulegen.
Das durch das Tal fliesende Bächlein und die neue Siedlung gab man den Namen Tannenbach; auch hier finden wir in den Akten für den Namen unterschiedliche Schreibweisen z.B. Thampach, Dambach usw. Tannenbach wurde das Dorf auch noch 1545 genannt. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Name in Dambach. Zum Unterschied von Neuendambach, eine wesentlich spätere Gründung, wurde es später Altendambach genannt.
Mit ziemlicher Sicherheit kann angenommen werden, dass das Haus Nr. 45 a,, das sog. „Hofhaus“ oder der „Hof“ genannt, das älteste Gehöft ist, an das sich dann hauptsächlich talaufwärts noch 12 bis 14 Gehöfte anschlossen. Die hinter den älteren Häusern liegenden, sich hangwärts ziehenden und gradlinigen Feldstreifen, lassen das deutlich erkennen. Auch hier fehlen jegliche Nachrichten aus älterer Zeit über das Leben und Treiben, das Schicksal der Bewohner dieses Walddorfes. Das tägliche Miteinander konnte auch kaum schriftlich festgehalten werden. Lesen und Schreiben war bis weit ins 16. Jh. hinein ein Bildungsprivileg der Obrig- und Geistlichkeit und die schrieben meist nur auf, was sie aus den Dörfern an Steuern, Abgaben und Fronleistungen zu erhalten hatten
Die wohl einwandfreie Ersterwähnung des Dorfes findet sich in einer Urkunde vom Jahr 1390, mit der Heinrich und Andreas von Roßdorf ihre Besitzungen zu Dambach im Gericht zu Schleusingen an die Grafen von Henneberg zurückgeben. 1406 wird der Ort als zum Amt Schleusingen gehörig erwähnt.
Wie die Pfarrchronik von St.- Kilian berichtet, erhielt das Dorf nach der Reformation schon 1585 eine Schule und 1617 wurde die jetzige Kirche erbaut. Wahrscheinlich an Stelle eines älteren Kirchleins. Erbzinsbücher, Steuernachweise und andere Gemeindeunterlagen, aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg sind kaum mehr vorhanden. Sie wurden wahrscheinlich in den Kriegswirren in Sicherheit gebracht und sind dabei verloren gegangen. Lediglich ein Erbzinsregister von 1738 fand sich in einem Steuernachweisbuch, das im Jahr 1670 angelegt worden war. Die schon unter der Henneberger Herrschaft eingerichteten Erbzinsregister – meist aus dem Jahr 1520 - waren auch unter den Sächsischen Herzögen weiterhin gültig. Sie wurden erst Anfang 1700 überarbeitet.
Im überarbeiteten Erbzinsregister von 1738 für das Dorf Altendambach sind nachfolgend die zu erbringenden Leistungen für die nunmehrige sächsische Herrschaft dargestellt.

„Thampach : Das Dorf hat keine ganze und keine halben Güter, so in 14 Viertel geteilt geben jährlich der gnädigsten Herrschaft zum Zins und Beeth,

  • 4 Gulden zu Walpurgis
  • 4 Groschen, 6 Pfennige für 1 Lammsbauch
  • 4 Gulden auf Michaelis
  • 7 Groschen 6 Pfennige Medergeld (vielleicht von Mähen-)
  • 10 Groschen Küchenholzgeld.
Wegen dem alten Weidegut werden von den Walpurgis- und Michaeliszinsen abgerechnet:15 Groschen, als jedes mal 7 Groschen, 6 Pfennige.
Das Dorf Dambach und Treisbach ist vom Herrn Fürst Wilhelm jedes mit 9 Orth Holz (Wald) begnadet, dagegen müssen sie den Wildenstall und das Wildenhaus in gebräuchlichen Wesen halten, auch den Zaun um den Wildenstall und der Wilden Tränktröge mit allem Zubehör anzufertigen und in Stand zu halten. Dafür wurde ihnen der Wald ohne Bezahlung überlassen, der für beide Dörfer von der Herrschaft auch versteinert worden ist.
Es geben die 14 Viertel von Dambach:

  • 5 Groschen, 3 Pfennige, 14 Käs im Wert von 4 1/2 Pf. und 2 Käs vor 9 Pf.
  • 10 Groschen, 6 Pfennige gibt die Gemeinde von ihrem Harzwald jährlichen Michaeliszins.
  • 14 Fastnachtshühner von den 14 Vierteln Erbgüter.
  • 39 Rauchhühner von den Söllehäusern (*) und Feuerrechten, wie hinten bei jedem gemeldet, davon dem Schultheisen 1 wegen seines Dienstes und 2 wegen des Weide- und Wildengutes abgehen..
  • 1 1/2 Schok u. 8 Eier geben 14 Erbviertel als jedes 7 Eier, davon wegen des Weide- und Wildengutes 14 abgehen und behält der Schultheiß 9 Eier wegen seines Dienstes inne.
  • 1 ½ Mandel Eier wegen 3 neue Söllehäusern (*).
3 Malter Haber, Schleusinger Maß, geben die Güter insgesamt, davon wegen des Wildenguts 4 Achtel abgehen, so zuvor, ehe es die Herrschaft kaufte, vor voll gefallem und laufen noch 3 Metzen über, so zum Einmessen zu gebrauchen sind.
Mähen und machen zu Heu das Gras auf der Wildenwiese, welche ungefähr 2 Acker und jetzt zum Forsthaus geschlagen ist, davon sie 1 Karren voll einführen, das übrige muß der Weidmann einfahren.
Schicken ihre Schnitter und Binder zur Erntezeit als einfach 2 Schnitter und 1 Binder so lang es währet, dargegen jeden Tag 1 Groschen vor die Frohngebühr und Haberrechen des Tags 6 Pfennige gegeben werden. Dieses Dorf führt zum Herrschaftsacker keinen Pflug.
Vorgemeldete Güter geben in Verkaufen kein Lehngeld, sondern werden durch den Schultheißen des Orts geliehen. Fronen und Dienen mit Gehen und Fahren nach Gebot und Gnade.
Gehören in die Centh Schleusingen, so einen Wechselschöffen am Gerichtsstuhl zu halten schuldig und drei Jahr darinnen sitzen muß, und sind die Nachbarn das Gericht jederzeit zu besuchen schuldig.“ 


Gegenüber dem Erbzinsregister der Grafen von Henneberg – Scheusingen vom Jahr 1520, weicht das überarbeitete von 1738 in der Höhe der Abgaben doch deutlich ab. Im Erbzinsregister von 1520 wurden lediglich an Abgaben gefordert:

In die 14 Viertel Erbgüter teilen sich 25 Besitzer und es gibt in der Gemeinde insgesamt 53 Zinszahler. Sie haben 13 Gulden, 7,5 Groschen 3 Pfennige und 3 Malter Hafer an die Herrschaft in Schleusingen abzuführen. Aus den Erlösen beim Verkauf von Naturalien, Vieh und Holz, ist jeder 10. Pfennig davon an die Herrschaft abzuliefern... 1520 sind das für die Bauern in Thampach 12 Gulden.

Andere Forderungen wurden fast wörtlich übernommen. Nachweise, wie sie für die Dörfer der Region aus dieser Zeit vorliegen wie Kriegssteuerbescheide, Doppelsteuerrechnung, Verzeichnis der Wehr- und Waffenträger usw.- sind für Altendambach nicht mehr vorhanden.
Besondere Erwähnung verdienen die Harzwälder, mit denen einige Dambacher Einwohner und auch die Gemeinde belehnt worden waren. Der Lehnsbrief zum Harzscharren aus dem Jahr 1665 für die Gemeinde ist bekannt. Der private Hauptunternehmer scheint ein gewisser Hans Georg Melßheimer gewesen zu sein. Über deren Harzwald wird folgendes gesagt:

„1 ½ Gulden von meinem anderweitigen neu verwilligten Harzwald zum Erbzins, so Michaelis 1680 erstmals fällig, welcher auch in weiteren Rechnung für die anderen Jahre geführt wird. Überdies von allem Pech den Zehnten und im Verkauf das gewöhnliche Lehmgeld von 100 Gulden und dehnt sich dieser Harzwald von Hirschbach aus den Dambacher Grund hinauf, dann bis auf den Totenweg, am Gütergehölz hinan bis an der Dambacher Gemeinde Gehölz, zieht sich sodann bis an den Helmuthäuserischen Harzwald hin, bis das Brückentalsgründlein herausstößet, woselbst eine Fichte mit dem Waldeisen sechsmal gezeichnet oder geschlagen, dasselbe am Gründlein hinan bis an den Leitweg, der dahin gehet, allwo die herrschaftlichen Brunnenröhren gebohret werden, denselben Weg obenher bis wieder in Hirschbach und also auf viertausensechshundert einfache Schritte in sich halten mag, besage Hauptmannschaft und Rentereiverwilligung am 10. August 1680“

Der 30-jährige Krieg ging auch an Altendambach nicht spurlos vorüber. In der Mattenbergischen Sammlung in Meiningen ist über das Dorf im Dreißigjährigen Krieg folgendes vermerkt:

„Anno 1629 im April fiel in Dambach ein Regiment merodisch Fußvolk als dasselbe 2 Nächte zum Heinrichs (Suhl- Heinrichs) Quartier gehabt, nicht allein im Aufbrechen und Fortmarschieren ein, sondern erbrach auch mit Gewalt die Kirche und 25 Gulden aus dem Gotteskasten. Auch hatte das Dorf unter den Kriegsereignissen in den Jahren 1630 bis 1634 schwer zu leiden. 1630 gab es in Dambach 53 Häuser mit 46 Familien, 1649 waren nur noch 16 Häuser vorhanden und es gab noch 10 Familien. 6 Häuser waren verödet. Am schlimmsten war der Kroateneinfall 1634 als sich Isolani mit seinen Truppen ein halbes Jahr in Schleusingen und den umliegenden Dörfern aufhielt und übelst wütete. Nur langsam konnte sich das Dorf erholen und erst am Ende des 18. Jh. ist die Bevölkerungszahl annähernd wieder auf dem Stand wie vor 1630.“

Über weitere kriegerische Ereignisse und Vorgänge berichtet die Ortschronik.

„Der Siebenjährige Krieg brachte mehrfach Durchmärsche und Einquartierungen von Truppenteilen, die jedoch erträglich blieben. Die napoleonischen Kriege legten unserem Ort wie ja auch den Nachbargemeinden hohe materielle Lasten auf, da die Proviantlieferungen und Kriegssteuern an die in der Nähe durchziehenden Truppen gar nicht aufhören wollten. Auch waren mehrfach Truppen hier einquartiert. 1813 wurden wir am 3. Weihnachtstag unvermutet in Schrecken versetzt, der nicht gering war. 3 Reiter und ca. 800 Soldaten Infanterie kamen gegen 2 Uhr am Nachmittag von Hirschbach herauf in unser Dorf, obwohl keine fremden Völker angesagt worden waren. Der Obrist wurde vom Schulzen und den Zwölfern daraufhin angesprochen. Der klärte die Sache folgendermaßen auf. Es waren etliche Einwohner von Hirschbach oben am Friedberg gewesen und hatten die Soldaten nach Dambach geleitet, weil man sie nicht in Hirschbach haben wollte. Ein Offizier hatte auch bald eine Lösung gefunden. Eine Kompanie kam nach Hirschbach, vier nach Erlau, 2 blieben in Altendambach. Es waren preußische Truppen, die zuvor in Erfurt lagen und die man dort nicht mehr haben wollte. Am anderen Tag marschierten sie ab nach Breitenbach.“

Im Jahr 1866 war der Ort wie viele andere Dörfer des Kreises Schleusingen mit feindlichen bayerischen Truppen besetzt. Vom Leibregiment und vom 1.Bayerischen Inf.- Regt. waren 10 Offiziere und 412 Soldaten in Altendambach einquartiert und mussten versorgt werden.
Es war nicht das letzte kriegerische Ereignis, wie man damals gehofft hatte. Anfang April 1945 rückten Truppen der 11. amerikanischen Panzerdivision von Vachdorf kommend über Marisfeld, Grub, Bischofrod, Keulrod nach Suhl vor. Dabei wurde Altendambach vom 3. Zug der A Kompanie des 56. US- Pionierbattalions von deutschen Truppen, die nur leichten Widerstand leisteten, gesäubert und das Dorf besetzt. Bis heute (2014) war das tatsächlich das letzte kriegerische Ereignis in Altendambach.
Über die Einwohnerzahlen in alter Zeit liegen folgende Zahlen vor:
Um 1500 leben im Dorf 14 Familien u. 66 Einwohner. 1572 sind es schon 49 Familien und 260 Einwohner. 1611 sind es gar 72 Familien und 338 Einwohner. Diese Zahlen bezeugen den rasanten Bevölkerungsanstieg im 16. Jhd. 1630 leben im Ort 46 Familien u. 184 Einwohner und am Ende des 30-jährigen Krieg 1848 sind es noch 18 Familien u.72 Einwohner. Erst 1774 leben hier wieder 71 Familien u. 256 Einwohner. 1816 sind es 300 Einwohner und 1910 bereits 520, die im Durchschnitt bis heute um 50 bis 60 auf oder nieder, meist gehalten werden.
Die Anzahl der Häuser betrug: 1520 = 18, 1600 = 34, 1631 = 53, 1648 = 27, 1700 = 30, 1734 = 52.
Über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Einwohner des Dorfes in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg ist aus dem Abgabenbuch von 1680 folgendes ersichtlich:

Nach Gründung des Dorfes waren hier Rodungsbauern ansässig, die anfangs sicher, wie überall, in einem Nachbarschaftverband lebten und in einem persönlichen Abhängigkeitsverhältnis zum Grundherren standen. Anfang des 15. Jh. veränderte sich das persönliche Abhängigkeitsverhältnis der Rodungsbauern und wurde, wahrscheinlich Anfang 15. Jh., zu einem sachentrechtlichen. Eingeführt wurde das Erbzinsrecht und die Gemarkung in Güter eingeteilt, die den Gründerfamilien zur eigenverantwortlichen Bearbeitung mit einem Lehnbrief übergeben wurden. Diese Güterbauern (Zinsbauer) zahlten nun Pacht für das ihnen zur Nutzung überlassene und beschränkt eigene Land, das sie nun auch verkaufen, verpachten und vererben konnten. Wie aus o.g. Erbzinsregister zu ersehen, zahlten sie Erbzinsen in Form von Geld, Naturalien und Frondienste.

Altendambach war ursprünglich ein reines Bauerndorf, lebte also von der Landwirtschaft mit ausgeprägter Viehhaltung. Die Grundlage hierfür bildeten die zahlreichen Wiesen und die Waldweide. Viel ausgedehnter als heute waren damals die Wiesenflächen, auch dort wo heute wieder der Wald vorherrscht. Waldabschnitte die heute als als „Rod“  bezeichnet werden (z.B. Wildenrod“), waren einst Wiesen oder Äcker. Die Gemarkung von Altendambach reichte damals bis zur finsteren Erle und bis zum Wettersberg. Diese Flurteile sind später dem erst im Entstehen begriffenen Dorf Hirschbach zugeschlagen worden.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wird, neben den Bauern, die sich auch als Waldarbeiter und Fuhrunternehmer betätigten, in Dambach auch ein staatlicher Forstbediensteter, ein Leinenweber und ein Schmied erwähnt. Außer den Bauern waren in größerer Anzahl auch schon Tagelöhner (Arbeiter) vorhanden, die wahrscheinlich als Waldarbeiter, Harzer und Köhler ihr Brot verdienten. Besondere Beachtung verdient das Willen- oder Wildengut. Da unter Willen oder Wilden Zuchtstuten zu verstehen sind, wird angenommen, dass in Dambach auch eine Stüterei vorhanden war. Diese Annahme muss allerdings angezweifelt werden. Es lässt sich nämlich nicht mehr feststellen oder bestimmen wo der Wildenstall gestanden haben soll. Die Flurnamen Wildengrund, Wildentränke und Füllentrift, die auf eine Pferdeweide hinweisen,
liegen mehr im Dreisbachgrund in unmittelbarrer Nachbarschaft der Wildentenränke. Auf die Lage im Dreisbachgrund deutet auch die bei der Waldschenkung des Grafen Wilhelm an die beiden Orte Treisbach und Tannenbach auferlegte Verpflichtung zur Unterhaltung des Wildenstalls, des Wildenzauns und der Tränktröge hin. Die Weiden für die Pferde des Grafen Wilhelm am Anfang des 16. Jhd. lagen mit Sicherheit beim Dörfchen Dreisbach. Es wird vermutet, dass auch Vorspannpferde für Frachtwagen, die die Rückbreche zu bezwingen hatten, in Dreisbach vorgehalten wurden. Im 30-jährigen Krieg hatte man Dreisbach zerstört und dort 1704 lediglich ein Gutshof von den Melßheimers in Altendambach wieder aufgebaut. Der Gutshof wurde 1717 bei einer Zwangsversteigerung von der Herrschaft für 2000 Gulden ersteigert und nicht wie im Erbregieter angegeben, den Melßheimers abgekauft.
Nach einer mündlichen Überlieferung soll einst zwischen dem Dreisbachtal und Altendambach nur wenig Wald gewesen sein. Große Flächen waren für das Weideland gerodet worden, denn für die ausgedehnte Viehhaltung waren umfangreiche Weideflächen erforderlich, Außerdem musste die Waldweide stark in Anspruch genommen werden. Alle Bauern hatten damals das Recht ihr Vieh auch im Wald der Herrschaft weiden zu lassen.
Wie überall blieb es auch in Altendambach nicht aus, dass es zu Hutstreitigkeiten kam. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Herzogliche Stüterei-Verwalter von Kloster Veßra 1761 an die Herrschaftliche Oberaufsicht in Schleusingen richtet.

„Es hat mein Hirte Peter Griebel in Dreisbach mir hinterbracht, wie die dasige Herrschaftshut teils von den Königl. Forstbediensteten zu Altendambach durch allzu viel abgesperrter Schläge eingeschränkt würde, indem derselbe, wo nur etwas Gras vorhanden, gehegte Schläge haben wolle, daß er nicht mehr im Stande sei, sein Vieh zu erhalten, inmaßen die Gemeinde Altendambach mit ihrem Vieh den Wolfgarten vom Zeugstadel an bis herüber an den Weg, welches doch bloß Dreisbacher Hut sei, beziehen lassen, und Herr Floßkommissarius Heym zu Keulrod sowohl durch sein Rind- bzw. Schafsvieh den vorderen Steingraben an der Rückbreche bis an das Dreisbacher Haus, welche Hut gleichfalls einzig und allein dem Herrschaftlichen Kammergut Dreisbach zugehören, alltäglich aushütet, ja Herr Floßkommissarius Heym sich sogar erkühnet hätte, durch seinen Schäfer meinem Hirten Peter Griebel entbieten zu lassen, daß dieser in jetzt beschriebener Hut nicht hüten sollte, außerdem er ihn pfänden lassen würde. Da nun mein Hirte Peter Griebel die Herrschaftshut in Dreisbach aufs genaueste kennt und dieselbe ihm vor ungefähr 20 Jahren von dem Königl. Förster und dem Nachbar Melßheimer zu Altendambach, (welches Melßheimers Vater das Gut Dreisbach eigentümlich besessen hat) durchgehends ist angewiesen und die ganze Grenze davon begangen worden, auch dermalen als Hirte in Dreisbach gehütet hat, zu solcher Zeit aber weder von Altendambach noch von Keulrod ein Stück Vieh in der Dreisbacher Hut hat weiden dürfen, sondern dem Keulröder Vieh nur bloße Tränke erlaubt gewesen ist. So gelanget an Ew. Hochwohlgeboren mein untertänig gehorsamstes Bitten, dieselben wollen in Gnaden geruhen, sowohl der Gemeinde Altendambach die Beeinträchtigung der Hut auf dem Wolfgarten, als auch Herrn Floßkommisarius Heym zu Keulrod ein gleiches mit dem widerrechtlichen Behüten seines Rind- und Schafviehs in dem vorderen Steingraben bei Strafe zu inhibieren und zur Produzierung ihrer Hutbriefe nebst dem Ersatz aller causierten Unkosten anzuhalten, auch an das Königl. Oberforstamt Verfügung ergehen zu lassen, daß bei Hegung derer Schläge eine vorzügliche Billigkeit für die Herrschaftshut zu Dreisbach observieret und gehandhabt werden möge. 
Unter Anhoffnung gnädiger Deserierung verharre mit profundesten Respekt Stüterei-Verwalter Spatz oder Skatz. Kloster Veßra, den 26. Juni 1761

Keine Frage, alle wurden vom Königl. Polnischen und Kurfürstlichen Sächsischen Oberaufseher und Räte in Schleusingen angewiesen, sich an die Auflagen in ihren Hutbriefen zu halten. Für die Gemeinde Altendambach wurde wegen der Beeinträchtigung der staatlichen Hut und Trift auf dem Wolfgarten eine Strafe von 10 Thaler inhibieret, wenn sie weiterhin an besagtem Ort die Hut mit dem Rind- und Schafvieh "exerzierten".
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Ort wird dann auch von der industriellen Revolution im 19. Jh. bestimmt. Zunächst stand in Suhl die Weberei noch in voller Blüte und auch in Altendambach waren in den Haushalten viele Webstühle in Betrieb, die erst am Anfang des 20. Jh. in den Abstellkammern verschwanden. Für die Einwohner wurde im Laufe der Zeit die Anziehungskraft der nahen Suhler Industrie immer größer. Nach dem 1. Weltkrieg bildeten langsam aber sicher die Industriearbeiter den weitaus größeren Teil der Einwohnerschaft und Erwerbstätigen. Die Bauern waren bald in der Minderheit. Landwirtschaft wurde nur noch als beachtlicher Nebenerwerb von den Werktätigen betrieben. Bis weit in die 1980-er Jahre waren außerdem Bauhandwerker und Forstarbeiter in Altendambach zu Hause. Die her ansässige Forstdienststelle (zeitweise Oberförsterei) war für viele Waldarbeiter und Kulturfrauen schon von alters her ein gefragter Arbeitgeber.
Aus einem typischen Waldbauerndorf war im Laufe der Zeit ein Arbeiterwohnort geworden. Er war zu DDR-Zeiten bei den FDGB-Urlaubern sehr beliebt und diese brachten für die Einwohner zusätzliche Einkünfte. In der LPG waren meist Frauen aus Altendambach beschäftigt. Schließlich fanden nach 1990 weitere Umwälzungen in der sozialen Schichtung des Dorfes statt.
Die nach 1960 angelegten und auch die ursprünglichen Wiesenflächen in der Altendambacher Gemarkung, werden heute von einer Landwirtschaftlichen GmbH bewirtschaftet und auch von einem Schäfer mit seiner Herde beweidet. Die Einwohner haben sich durch viel Fleiß und Arbeit einen sichtbaren Wohlstand geschaffen und die „Mondspotzer“ machen oft mit ihren umfangreichen gesellschaftlichen Aktivitäten von sich Reden.

*Söllehäuser, Söllnhäuser waren Nebenhäuser, die Güterbauern für meist verwandte Familien gebaut hatten. Diese waren meist mit ca. 3 ha Land ausgestattet, das ihnen der Güterbauer für die Mithilfe bei der Bearbeitung seiner Felder überlassen hatte und die Söllner oder Seldner genannt wurden. Sie waren das Arbeitskräftepotential der Güterbauern.

Quelle: Henneberger Heimatblätter Nr. 6/1931

Eigene Recherchen